Liebe Bielefelderinnen und Bielefelder,
im Herbst 2008 standen wir, drei visionäre Studenten mit Ideen aber ohne Rückhalt, vor den Türen des Kamps und baten um Obdach. Wir erzählten von unseren Plänen, mit Improvisationstheater monatlich auftreten zu wollen, und erfuhren eine Unterstützung die man sich besser nicht hätte wünschen können.
Keiner kann sagen, was aus uns geworden wäre, wenn wir damals woanders geklopft hätten. Aber wir sind uns ganz sicher, dass besonders auch die fabelhafte Unterstützung des Kulturkombinats in Bereichen wie Vertrauen, Organisation, Werbung und Betreuung dazu geführt hat, dass Wir – als Bielefelder Künstler – jetzt einmal im Monat rund 150 Zuschauern einen unvergesslichen Abend bereiten können.
Das Kamp hat uns so viel geholfen – jetzt sind wir dran:
Die alternative Jugendkultur in Bielefeld darf nicht weiter geschwächt werden! Wir wünschen uns eine faire Lösung zwischen Falken und Kulturkombinat Kamp, bei der am Ende beide gewinnen. Wir fordern jetzt Initiative der Verantwortlichen, Beteiligten und der Politik, schnell nach einer geeigneten Lösung zu suchen.
Denn ohne Kamp, verlieren viele ein Zuhause.
Ohne Kamp verpassen wir viele Chancen.
Ohne Kamp geht eine Ära zu Ende.
Und dass dürfen und wollen wir nicht zulassen.
Hoffnungsvoll,
Die Stereotypen
Marvin Meinold, Moritz Schmidt-Degenhard und Sven Stickling
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Sommer, Sonne, Grillen – und trotzdem war das Kamp proppevoll. Wie toll! Unsere unbeschreibliche Freude und Dankbarkeit darüber zeigen unsere spontanen Körperhaltungen auf dem Foto. Dankbarkeit auch über die absolvierte Spielzeit 09/10 und darüber, dass wir einen Abend zum dritten Mal mit einem Kansas City Shuffle eröffnen durften.
Nicht im Bermudadreieck und nicht im Wunderland, sondern in der Vatikanstadt 2400, zwischen Peters-Pool, Shopping-Mall und Arche-Zooah spielten wir uns beinahe um Kopf und Verstand. Gorm und seine Frau, die schon länger keine Raketenanzüge mehr verkauft hatten, wollten plötzlich nicht mehr nach Deutschland (zu den Wölfen in den Teutoburger Wald), sondern sich besser kennenlernen. Luke (16) und sein – Überraschung! – Vater Pater Peter Bernhard (Schwimmmeister) diskutierten heiss über die verschüttgegangene Übersetzung der Bibel (“du sollst deinen Nächsten li…?”) und wollten Jaguar-Babys liebhaben, beerdigen oder befreien. X8RL3 wurde prompt zu Rob und versuchte sich im Laufe der Geschichte sowohl daran Theken und derart Möbel zu putzen als auch Emotionen zu lesen. Peinlich kennt er jetzt schon. Nachdem Gorm und Carola sich endlich mal über Susanne unterhalten hatten geht’s ab auf die Wolke, wo sich statt eines Selbsmordes ein Heiratsantrag anbahnt. Der Papst – sehr erfreut darüber endlich mal wieder ein Heten-Pärchen in die Finger bekommen zu haben – vermählt die beiden auf dem Papa-Boot (mit Triple-Surround-System *woohoo*) und reist um die Welt (oder so). Lukas bringt das Jaguar-Baby zum Scheiterhaufen, Rob lernt schwimmen, Pater Peter Bernhard pfeifft Beckenrandspringer an… Geschichte zu Ende? Das Orakel hat gesprochen: HONDOM!
Nach so viel Schwermut, Tragik und Sinnhaftigkeit konnte die zweite Hälfte nur quatschig und sinnbefreit werden:
Ein Replay der hohen Künste mit zwei Transsexuellen Endzeitpredigern in einer Säulenhalle, ein Fetthaar-Drama zweier Kunden eines Instant-Kaffee-Friseurs mit Gedanken die sprechen konnten, eine A-B-C-A Synchro auf dem Schrubb-Deck im Bermuda-Dreieck und zum Schluss unser Einstimmen auf die Weltmeisterschaft: ruhiger, holländischer Country-Western (“Wir sind Holländer mit Herz und Käse”), schizophrene ghanaische Polka (“Ghana Wird weltMeister!”) und kopfzerreissende italienische Metal-Folklore machten zum Schluss Lust auf mehr. Aber jetzt ist ja erstmal Sommerpause.
Gedulden müsst ihr euch bis zum 8. September. Dann sind wir mit neuen Ideen zurück aus der Sommerpause, zurück im Kamp.
Diese Spielzeit war wirklich was ganz besonderes.
Danke Publikum, Danke Kamp, Danke Kasse, Licht und Crew, Danke Daniel, Danke Danke und Danke Du.
Die Stereotypen in ihrer reinsten, eigenen Form – und zudem verdammt gut in Form – kannst Du am kommenden Mittwoch, den 9. Juni im JZ-Kamp bestaunen. Im Laufe des Abends spinnen die Stereotypen in ihrer selbst entwickelten Improlangform, dem Kansas City Shuffle, drei verrückte und atemberaubende Geschichten zu einem großen Ganzen zusammen. Es entsteht eine Welt voller Geheimnisse, in der das Publikum zu unserem Orakel wird. Alle Vorgaben für die Geschichte kommen von Dir und den anderen Besuchern!
Sei dabei, bei unserer letzten Show vor der Sommerpause!
Einlass ist ab 19:00 Uhr, Beginn wie immer um 20:00 Uhr.
Karten kosten 8 bzw. 6 Euro (ermäßigt).
WIR FREUEN UNS AUF DICH!

Was für ein Abend! Von Batman und Robin über Poca und Hontas bis hin zu Tobias und seiner Badenixe Kristina gab’s wieder einmal nichts, was es nicht gab. Einen herzlichen Dank an beide zuletzt Genannten. Sie haben dem vollen Saal zuerst ein Stück aus ihrem Leben erzählt und durfte sich danach von ihren Impro-Doubles auf der Bühne besingen lassen. Dazu gehört viel Mut und deshalb kommt ihr beim nächsten Mal wieder und umsonst rein!
Gerne wiederkommen darf auch unsere Gästin Nicole Erichsen aus Bremen. Schön, dass du da warst. Gleiches gilt selbstverständlich für Nele Kießling, unserer Hildesheimer Dauerleihgabe.

Fotos: Daniel Burchot ::: Weitere tolle Fotos vom Abend gibt’s hier: Der Abend in Bildern (by Daniel Burchot)