Jedem Lüftchen zum trotze, wehte von Freitag bis Sonntag allen Klosterplatz-Besuchern des Leinewebermarktes eine Vorahnung entgegen, dass es schon ganz bald wieder stereotyp wird, bei uns in Bielefeld. Guerilla-Marketisten und Kletter-Ikebaniker kreierten eine vollkommen Improvisierte Werbewand, die sogar den belgischen Punk-Folkern von Jaune Toujours so sehr ins Auge sprang, dass sie prompt per Mikro verstärkt wurde.
Monthly Archive for Mai 2009
Ein volles Haus ist ein tolles Haus ist ein Tollhaus. Diese Gedankenkette ist eine vortreffliche Umschreibung des gestern über die Bühne gegangenen Improvisations-Theaterabends im Bielefelder Kulturkombinat Kamp. Die Bielefelder Theatergruppe „Die Stereotypen“ hatte die Steife Brise aus Hamburg zu einem freien Kampf der theatralen Improvisation (umgangssprachlich Impromatch) geladen.
Barsinghausen im Mai 2009. Um für einen Titel mitzuaspirieren, machten sich am vergangenen Samstag drei tapfere Blonde auf den Weg ins ferne Niedersachsen. Vier Mannschaften aus dem ganzen Land kämpften um die Gunst des Publikums: Improteus (Osnabrück), Hirn und Hand (Hannover), das heimische Spontaneitäten Raclette (Barsinghausen) und Die Stereotypen aus dem sterotyp niedersäschischen Bielefeld. Das Publikum durfte sich auf dreieinhalb sauerstoffzehrende Stunden Improvisationsunterhaltung in drei Hälften freuen: Zwei Halbfinals, ein Finale.
Sicherlich auch wegen unseres klaren Heimvorteils und der regionalen Verbundenheit war der erste Gegner schnell verputzt: Im ersten Halbfinale gewannen wir gegen Hirn und Hand mit 8 : 3. Nie vergessen werden wir den wandernden Dönerspieß, den Weisen vom Geysir und zwei Räume voll regnender Frösche, Haie, Leberwürste, Aquarien und Manegen… Trotz mangelnden Musikers spielten wir als Lieblingsspiel ein Replay der Hohen Künste: Normal, Gereimt und Acapella gesungen & getanzt gleichzeitig. Mit diesem mehr als ungewöhnlichen Spektakel in den tiefsten Wäldern Nord-Islands gewannen wir die Gunst des Publikums und das Ticket für die nächste Runde.
Das zweite Halbfinale endete Spontaneitäten Raclette 5:6 Improteus. Die Gastgeber mussten sich starken Osnabrückern geschlagen geben. Wunderlampen und Riesenkoffer halfen den Baschern nicht, und so stand das Finale fest.
Aufgrund der späten Stunde wurde das Finale ein kurzes Vergnügen: Nach der Ratespielrunde konnten wir mit 3 : 0 in Führung gehen. Das Verhör, in dem Marvin “Jogi, den Schlagersänger” (Jopie wird Johannes Heesters auch genannt, lieber Sven) (und Schlager ist es auch nicht wirklich, Moritz
) mit einem Luftballon im IKEA-Ballparadies umgebracht haben sollte, wirkte vielleicht gerade wegen Alfredo-Mann, dem sympathischen Pizzabäcker so authentisch und brachte uns die wichtigen drei Punkte. Eine wirre Szene in der Hölle verstand niemand, und bei einem Stand von 6:2 vor dem letzten Spiel, konnten wir unser Lieblingsspiel ruhig ein bisschen verkacken (A spricht B spricht wen nochmal genau? Was machen wir hier eigentlich?).
Zum Schluss stands 6:5 und der 1. Niedersächsische Impromeister heisst: Die Stereotypen!
Wir danken den Veranstaltern für die gute Verpflegung, den Mannschaften für faire Wettkämpfe und unseren 3 mitgereisten Fans (Annika, David und Felix) für gute Vorgaben und wichtige Dezibel.
Mit dem Titel im Rücken freuen wir uns nun auf das heutige Match gegen die Steife Brise aus Hamburg (Beginn 20:00 Uhr, JZ-Kamp).







